Späh Unternehmensgruppe Dichtungen und mehr

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Zeichen für Toleranz und Offenheit

Berichterstattung in der örtlichen Zeitung:
Quelle: Schwäbische Zeitung 09.05.2019 Redakteurin: Jennifer Kuhlmann

Beim Vorbeifahren auf der Bundesstraße ist sie auf jeden Fall ein Hingucker. Aber die Regenbogenfahne, die neben der Europafahne vor dem Haupteingang der Firma Späh in Scheer flattert, hat auch eine Botschaft: Sie steht für Vielfalt, Toleranz und Offenheit. „Für uns und unsere Mitarbeiter sind das Werte, mit denen wir uns absolut identifizieren können“, sagt Geschäftsführerin Sandra Späh. „Warum das nicht auch nach außen zeigen?“

Mit dem Gedanken, die Fahne in den Farben des Regenbogens zu hissen, spielt die Unternehmerfamilie schon seit geraumer Zeit. „Die Europafahne haben wir schon länger vor der Tür, damit begrüßen und empfangen wir unsere Kunden und Lieferanten aus dem europäischen Ausland“, sagt Sandra Späh. Europa sei immerhin ein Schwerpunkt des Absatzmarktes, 26 Prozent des Exports ginge ins direkt angrenzende Ausland. Jetzt würde das Unternehmen mit der Regenbogenfahne einfach noch ein Zeichen drauf setzen.

„Zum Christopher Street Day sieht man es schon, dass einzelne Unternehmen die Regenbogenfahne hissen“, sagt Späh. Damit signalisieren die Unternehmer ihre Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Die Regenbogenfahne wird nämlich auch der Schwulen- und Lesbenbewegung als Symbol verwendet. „Wir wollten die Fahne aber dauerhaft installieren“, sagt Späh. Das liege natürlich auch deshalb nahe, weil sie selbst im vergangenen Jahr eine Frau geheiratet habe.

„Unser Unternehmen ist aber auch in anderer Hinsicht offen“, betont sie. So würden Menschen aus anderen Nationen und Flüchtlinge zu den Mitarbeitern gehören und die Unternehmensführung sei generell neuen Ideen und Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen. „Die Fahne repräsentiert auch diese Akzeptanz und Toleranz“, sagt Späh. Die Aktion sei mit dem Marketingleiter abgesprochen und die Mitarbeiter seien über das Schwarze Brett informiert worden.

Sandra ist überrascht, wie vielen die Fahne aufgefallen ist. „Bisher habe ich nur positives Feedback bekommen“, sagt sie. Vor allem über die sozialen Netzwerke Facebook und Whatsapp hätten sich viele Menschen gemeldet, denen die Fahne und ihr Statement gefällt. „Mitarbeiter, die das eher nicht gut finden, kommen damit aber natürlich wohl auch nicht zu mir“, lenkt sie ein. Sogar ein Bestattungshaus habe sich gemeldet und sie zu der Aktion beglückwünscht. „Als der Brief kam, bin ich aber beim Absender erst erschrocken.“

Privat hat Sandra Späh auf ihre Beziehungen zu Frauen schon alle denkbaren Reaktionen erhalten. „Ich lebe das offen und habe mittlerweile das Gefühl, dass die Menschen toleranter geworden sind“, sagt sie. Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass sie selbst unverkrampft damit umgehe. „Ich bin schon gespannt, wie unsere Geschäftspartner reagieren, wenn ich demnächst mit meiner Frau auf Stategietour gehe“, sagt Sandra Späh. Bei den Besuchen im In- und Ausland wollen die beiden als Paar auftreten. „Bei geschäftlichen Terminen bin ich bisher nicht mit der Regenbogenfahne voraus aufgetreten, das fordern wir jetzt ein wenig heraus.“

Dass die Regenbogenfahne vor dem Haupteingang passend zur Europawahl gehisst wurde, sei aber kein politisches Statement. „Die alte Fahne mit dem Spählogo musste ersetzt werden und da haben wir gedacht: Jetzt machen wir das einfach“, so Späh. Natürlich stehe das Unternehmen auch für ein offenes und tolerantes Europa. „Für unsere Geschäftsbeziehungen in andere europäische Länder können die Voraussetzungen je nachdem, wohin die Reise für Europa geht, erschwert werden“, sagt sie. Auch den Brexit würde die Unternehmerfamilie deshalb genau verfolgen. „Wir haben Lieferanten und Kunden in England und mittlerweile einen Brexit-Beauftragten im Haus.“ Würden sich die Konditionen und Wartenzeiten wegen Zollkontrollen ändern, müsste das Unternehmen reagieren. „Dann muss man Jahresvorräte anlegen oder sich vielleicht auch neue Lieferanten suchen“, sagt Sandra Späh.

Zu ihrem Unternehmerverständnis gehört auch, dass Kunden Produkte auch in ökologischen und faireren Varianten angeboten werden. „Diese Verantwortung gegenüber Natur und Mensch haben wir“, sagt sie. Am Ende liege es aber am Kunden, welche Variante er auswähle.